Warum das Lieferkettengesetz nicht nur große Unternehmen betrifft

December 23, 2021

Warum das Lieferkettengesetz nicht nur große Unternehmen betrifft

Andere europäische Länder haben die 2011 beschlossenen UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte schon viel konkreter und schneller in nationales Recht umgesetzt als Deutschland. So existiert beispielsweise in Großbritannien der „UK Modern Slavery Act“ schon seit 2015. Auch in Frankreich und den Niederlanden gibt es sogar noch strengere Regelungen in Bezug auf Sorgfaltspflichten in der Lieferkette, die schon seit 2017 gelten. Nun also gleicht sich die rechtliche Lage auch in Deutschland an das europäisch schon vorhandene Niveau an und das Gesetz mit dem sperrigen Namen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) wurde im Juli diesen Jahres (2021) verkündet. Landläufig wird dieses oft mit dem Begriff Lieferkettengesetz oder Sorgfaltspflichtengesetz bezeichnet. Das Gesetz trifft vor allem auch sogenannte “Hidden Champions”, also mittelständischen Unternehmen, die ihre Produkte aufgrund ihrer Exzellenz weltweit exportieren, besonders. Denn diese benötigen oftmals zur Fertigung viele importierte Vorprodukte.

  

Welche KMU sind davon betroffen und warum vorausschauendes Handeln für kleine Unternehmen dennoch Wettbewerbsvorteile bringt

Da das Gesetz schon ab 2023 in Kraft tritt, sollten betroffene Unternehmen sich frühzeitig also am besten schon im kommenden Jahr mit der Thematik vertraut machen und dazu eine Strategie erarbeiten. Da zunächst nur ungefähr 600 Unternehmen in Deutschland mit einer Größe ab 3.000 Mitarbeitenden von der Neuregelung betroffen sind und sich erst im darauffolgenden Jahr die Schwelle auf Unternehmen mit mindestens 1000 Mitarbeitenden senkt, könnte man schnell zum Schluss kommen, dass für das Thema Nachhaltigkeit auch noch morgen Platz auf der To-Do-Liste ist. Doch dem ist aus verschiedenen Gründen nicht so. 

1. Weiterreichung der Pflichten:

Da Unternehmen, die bereits im Anwendungsbereich der Regelung liegen auch ihre Sorgfaltspflichten einhalten müssen, erscheint es logisch, dass diese ihre Berichtsanforderungen an eigene Zulieferer weiterreichen werden. Sobald Ihr Unternehmen als Zulieferer für größere Abnehmer Ihrer Produkte und Dienstleistungen fungiert, sind Sie in die Thematik involviert. Dabei hilft es sich als umfassend vorbereiteter Kooperationspartner präsentieren zu können, auch in allen anderen Themen, die Nachhaltigkeit betreffen.

2. Ähnliche Gesetzgebung auch auf europäischer Ebene geplant

Obwohl, wie schon erwähnt, andere europäische Länder diese schon umgesetzt haben, plant die EU-Kommission ebenso ein Gesetz, das auf die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards bezogen ist. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die europäische Gesetzgebung gegenüber der Deutschen vermutlich deutlicher strenger ausfallen wird. Das EU-Parlament hatte sich im März auf Eckpunkte eines EU-weiten Lieferkettengesetzes geeinigt. Trotz Verzögerungen ist es dennoch nur ‚eine Frage der Zeit‘, dass dazu europäische Regelungen kommen - auch um ein level-playing-field zu schaffen.

3. Viele Finanzierungsoptionen setzen vermehrt den Fokus auf Nachhaltigkeit

Um als Unternehmen wachsen zu können sind oftmals in verschiedenen Bereichen Investitionen nötig, um neue Geschäftsfelder zu erschließen, technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben oder einfach mehr Kunden zu erreichen. Die EU will mit ihrem Grünen Deal in den nächsten zehn Jahren nachhaltige Investitionen in Höhe von mindestens 1 Billion Euro mobilisieren. Auch hat die Nachfrage nach Anlageprodukten, die nachhaltige Vorhaben unterstützen in den letzten Jahren extrem stark zugenommen. Da erscheint es nur schlüssig, sich dem Thema Nachhaltigkeit so bald wie möglich zu widmen, um Teil des grünen Wachstums sein zu können. 

Wie Spenoki den Unternehmen helfen kann

Für jedes Unternehmen, das gerade beginnt sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen oder schon dabei ist, bietet Spenoki Lösungen an damit Sie so unkompliziert wie möglich den Einstieg finden und Ihre Prozesse optimieren können. Unsere Software vereint viele Standards und hilft bei den zukünftigen wichtigen Themen einen Schritt voraus zu sein und somit die Dinge nicht auf morgen zu verschieben, sondern schon heute anzugehen. 



Autorin: Laura Grünewald

Photo by Mika Baumeister on Unsplash

Spenoki Magazin.
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